Lebensmittel können in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in den Handel gelangen, ohne dass sie dafür spezielle Zulassungsverfahren durchlaufen müssen. Voraussetzung ist, dass sie den Ansprüchen der EU im Bezug auf Lebensmittelsicherheit genügen und diverse Kriterien der Qualitätskontrollen entsprechen. Eine Ausnahme sind sogenannte Novel Foods. Bis vor einigen Jahren war den meisten Verbrauchern Novel Food kein Begriff. Dies änderte der kommerzielle Erfolg des Cannabiswirkstoffs Cannabidiol (CBD). Seitdem wird diskutiert, ob man CBD der Novel Food verordnung zurechnen kann.

Vorurteile gegen CBD sind nicht nur durch die Herkunft begründet

Cannabidiol, zumeist in Form von CBD-Öl, hat sich in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Nahrungsergänzungsmitteln entwickelt. Kein Wunder, denn die gesundheitlichen Vorteile, die das Cannabinoid dem Nutzer anzubieten hat, betreffen beinahe alle Organe und Systeme des Körpers. Da CBD aus der Hanfpflanze (Cannabis) gewonnen wird, haben die Hersteller und Nutzer aber mit Vorurteilen und Stigmatisierung zu kämpfen. Viele ideologisch geleitete Cannabisgegner möchten Cannabidiol gern verboten sehen. Darum werden auch nach wie vor Strafverfolgungsbehörden in die Bekämpfung des Handels mit CBD involviert.

Doch neben dieser Hexenjagd, die auf Vorurteilen gegen die Pflanze als solches begründet ist, gibt es auch noch die Novel Food Verordnung, die CBD zu einer umstrittenen Substanz macht. Hier geht es weniger darum, ob CBD einer Pflanze entstammt, die man auch als Droge nutzen kann. Es ist eine grundsätzliche Skepsis gegenüber einem natürlichen Hilfsmittel für die Gesundheit, welches in Konkurrenz zu einigen herkömmlichen, etablierten Medikamenten zu stehen scheint. Dass CBD von einigen Menschen und Institutionen dem Novel Food zugerechnet wird, ist also nicht nur seinem Ursprung in der Cannabispflanze geschuldet.

Ist Cannabidiol Novel Food?

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 20. März den Verkauf von Cannabidiol in Lebensmitteln für nicht zulässig erklärt. In der Erklärung heißt es, man wisse nicht, in welchem Fall CBD in Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln verkehrsfähig sei. Also ist das BVL der Auffassung, dass CBD-haltige Produkte entweder eine Zulassung als Lebensmittel oder als neuartiges Lebensmittel, also Novel Food, benötigen, bevor man sie in den Handel bringen könne.

Daraufhin haben sich Interessenvertreter der Nahrungsmittelherstellung in Europa zum Thema geäußert. Die European Industrial Hemp Association (EIHA) hat die Erklärung des BVL am 11. April mit einer 10-Seitigen Erklärung ihrerseits beantwortet. In diesem wird die Haltung des BVL gegenüber CBD als seltsam und in einigen Aspekten auch als nicht nachvollziehbar beschrieben. Unter anderem kritisiert die EIHA, dass der Anbau des Nutzhanf und die Herstellung der CBD-Produkte legal durchführbar sind, die daraus resultierenden Produkte aber dann doch öffentlich als illegal eingeordnet und diskriminiert werden. Die EIHA forderte die Verbraucherschutzbehörde dazu auf, ihre Haltung zu überdenken und die Erklärung dementsprechend anzupassen.

Was heißt Novel Food eigentlich?

Mit der Einführung der EU-Verordnung 1997 hat man auch den Begriff Novel Food definiert. Er beschreibt Nahrungsmittel, die nach 1997 neu auf den Markt der Europäischen Union gelangen. Diese sind demnach neuartige Lebensmittel und müssen gemäß Verordnung bestimmte Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor sie in Verkehr gebracht werden dürfen. Neuartig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Lebensmittel vor 1997 in den EU-Mitgliedstaaten nicht von einer großen Menschengruppe verzehrt wurden. Ob diese Definition bei CBD überhaupt zutrifft, ist umstritten. Das Ziel der Novel Food Verordnung sollte eigentlich sein, genmanipulierte oder synthetisch hergestellte Lebensmittel nicht ungeprüft in den Handel gelangen zu lassen. Insofern ist die Anwendung auf natürliche Nahrungsergänzungsmittel mit CBD auch eher als eine Instrumentalisierung durch die Lobby von Cannabis- und Hanfgegnern zu verstehen.

Warum CBD kein Novel Food ist

Hanf und Hanfprodukte sind nicht neu, sondern dem europäischen Verbraucher bereits seit langem geläufig. Egal ob Hanfblätter und Blüten als Tee, Hanfsamen als Zutat oder als Snack, Hanf kennt man in den EU-Ländern wesentlich länger als den Begriff Novel Food. Daher sollte es keiner speziellen Zulassung für Hanf-basierte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungen bedürfen. Die EIHA bemüht sich daher auch darum die Restriktionen gegen CBD durch wissenschaftliche Beweisführung zu beenden. DIe Interessengemeinschaft betont, dass natürliche Hanf-Lebensmittel schon lange verwendet werden. Die Erklärung des BVL stört somit eine wachsende Branche, die weder genmanipulierte noch synthetische Lebensmittel in Verkehr bringt, sondern mit natürlichen Rohstoffen arbeitet, die der Gesundheit zuträglich sind.

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