Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine sehr komplexe physische Belastungsreaktion. Diese tritt nach einem traumatischen Erlebnis ein. Zwischen dem unmittelbaren traumatischen Erleben und dem Eintreten der Belastungsstörung kann aber einige Zeit vergehen. Während dieser Phase wird das Trauma teils verdrängt, weil es zu verstörend ist, um es sofort zu verarbeiten. Teilweise können Randbereiche des Erlebens durch Gespräche oder eigene Maßnahmen bearbeitet werden. Doch viele Betroffene unterlassen es, sich gleich in eine Psychotherapie zu begeben. Sie möchten möglichst schnell wieder eine gefühlte Normalität erleben. Doch das Trauma holt sie fast immer ein. Es drängt den Betroffenen zu gegebener Zeit zur Bearbeitung.

Die Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen

Die Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen ist – je nach traumatischem Erleben und Störungsbild – komplex und langwierig. Die PTBS Erfahrung bringt das verdrängte Erleben in Flashbacks, Albträumen und Angstattacken wieder zurück – meist in Bruchstücken.

Wenn eine bestimmte Situation an das Erlebte erinnert, werden ähnliche Situationen vom Betroffenen gemieden. In Kombination mit den traumatischen Belastungen, die sich immer wieder Bahn brechen, schränken Meidung und abgebrochene Sozialkontakte das Leben nach und nach immer weiter ein. Es kommt zu tiefer Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Ängsten, Depressionen und Suizidgedanken. Nicht selten drücken sich die Folgen des traumatischen erlebens auch auf körperlicher Ebene als somatische Erkrankung aus. Die Betroffenen sollten sich möglichst frühzeitig nach einem Trauma in psychotherapeutische Behandlung begeben, statt die Symptome des PTBS aushalten und alleine bewältigen zu wollen. Der Vorsatz, das posttraumatische Belastungssyndrom alleine bewältigen zu wollen, könnte zu erhöhten Suizidrisiken führen.

Zu Therapiebeginn ist es möglich, die belastende Symptomatik des posttraumatischen Belastungssyndroms mit medizinischen Cannabis-Produkten zu lindern. Ob zusätzlich weitere Medikamente wie etwa Antidepressiva, Neuroleptika oder Anxiolytica Sinn machen, ist individuell unterschiedlich. In der Regel ist es aber unvermeidlich. Nur wenn sich die Lebensqualität verbessert, besitzt der Betroffene die Kraft, das Geschehen nach und nach zu verarbeiten. CBD leistet dabei eine nicht zu unterschätzende Unterstützung.

Drogen sind kontraproduktiv, CBD hingegen hilft

Medizinisches Cannabis und CBD bei postraumatischer BelastungsstörungDie Rede von einer Begleitbehandlung mit medizinischen Cannabis-Produkten bezieht sich nicht auf den Konsum von Marihuana. Es geht dabei vielmehr um das medizinisch wirksame Cannabidiol (CBD). Es geht also nicht darum, sich aus Verzweiflung mit Drogen vollzudröhnen, um abschalten zu können. Gemeint ist vielmehr, den hohen Stresspegel abzusenken, die Angstminderung im Auge zu haben und dem Organismus bei der Verarbeitung des traumatischen Erlebnisses zu helfen.

Interessant ist, dass alle Säugetiere über einen körpereigenen Mechanismus verfügen, der das Verarbeiten und herunterfahren des Stresspegels begünstigt: das Endocannabinoid-System. Der menschliche Organismus stellt selbst kleine Mengen unterschiedlicher Cannabinoide als Regulationshelfer für verschiedene innerkörperliche Prozesse her. Er verfügt daher über entsprechende Cannabinoid-Rezeptoren. Dadurch wird der menschliche Organismus in die Lage versetzt, von außen zugeführte Hanfextrkte mit medizinischer Wirkung zu verarbeiten. Das ist bei der Behandlung von Stresserkrankungen ein unschätzbar großer Vorteil. Die Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn beeinflussen Herzfrequenz und Blutdruck. Diese steigen bei Stress an. CBD reduziert die typische Panik- und Angstreaktionen. Wenn Cannabidiol (CBD) eingenommen wird, kann die sogenannte “Kampf-oder-Flucht”-Reaktion, die eine Panikattacke im Körper auslöst, abgemildert werden.

Typisch für die PTBS Erfahrung ist, dass der Betroffene bei Situationen, die etwas vom Trauma in ihm anklingen lassen, schreckhaft reagiert. Er bekommt Panikattacken oder Herzrasen. Er verspürt extreme Angst. Zwar besteht akut gar keine Bedrohung. Die Erinnerung an die erlebte Bedrohung kommt aber mit jedem Flashback zurück. Der Betroffene kann sich nicht dagegen wehren. Die Erinnerung an ein Trauma bleibt oft lebenslang bestehen. Es geht bei der Bewältigung darum, besser mit dem traumatischen Erleben umzugehen und damit leben zu lernen. In den Vereinigten Staaten behandeln Mediziner Soldaten aus Kriegsgebieten begleitend mit CBD Produkten, um ihnen besser helfen zu können. Die neuroprotektive Eigenschaft von CBD ist dabei sehr hilfreich.

Wie kann die PTBS Erfahrung bewältigt werden?

Wie kann die PTBS Erfahrung bewältigt werdenDas Zusammenspiel von Traumatherapie, medikamentöser Behandlung und Cannabis als Begleitbehandlung muss gut aufeinander abgestimmt werden. Wenn der Betroffene CBD Produkte nutzen möchte, sollte er das mit seinem Therapeuten besprechen. Gegen medizinisch wirksamen Hanfextrkte spricht prinzipiell nichts. Diese enthalten nur noch winzige Mengen an dem psychoaktiven THC, für das Cannabis bekannt geworden ist. Eine Begleitbehandlung mit CBD ist durchaus sinnvoll, insbesondere wenn Panikattacken, Albträume und Flashbacks dominieren. Die speziellen Eigenschaften des Cannabidiols sorgen dafür, dass diese abgemildert werden. CBD entspannt, löst Ängste und verhilft zu tieferem Schlaf.

Problematisch ist bestenfalls, dass Cannabidiol langsam andosiert werden muss. Es kann also dauern, bis der Effekt eintritt. Gleiches gilt für Anxiolytica, Neuroleptika und Antidepressiva. Daher ist es so wichtig, dass die psychotherapeutische Behandlung zeitnah beginnt und engmaschig durchgeführt wird. Sie kann gegebenenfalls im klinischen Bereich beginnen und später im gewohnten Umfeld fortgesetzt werden. Bisher sind CBD Produkte bei Klinikärzten oder Trauma-Therapeuten nicht überall anerkannt. Der Grund dafür liegt in mangelnden Langzeitstudien und interpretierbaren Studien-Ergebnissen. Trotzdem ist bereits erwiesen, dass medizinisch wirksames Cannabis angstmindernd, stresslindernd, schlaffördernd und entspannend wirkt.

Welche CBD Produkte sind am besten geeignet?

Das Endocannabinoid-System in die Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen einzubauen, ist klug. CBD wird als Regulationshelfer bei vielen Prozessen auf der Zellebene oder in den Nervensystemen benötigt. Bei PTBS sind die Nerven extrem überlastet. Die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse gelingt besser, wenn die Nerven entlastet und geschützt werden. Durch CBD verbessert sich auch die Schlafqualität. Die Schlaftiefe und die Schlafdauer werden ebenfalls positiv beeinflusst. Empfehlenswert ist, in solchen Fällen eine sublinguale oder inhalatorische Aufnahme von CBD anzuraten. Erstens wird dadurch eine höhere Bioverfügbarkeit für die medizinischen Hanfextrakte erreicht. Zweitens tritt die Wirkung der medizinischen Cannabis-Produkte schneller ein.

Ideal ist das Verdampfen oder Vapen von CBD-Liquids. Geeignet wären aber auch sublingual zugeführte CBD Kristalle, CBD Paste oder CBD Öl. Nachdem zwei Wochen lang mit niedrigen Dosierungen CBD begonnen wurde, kann die Dosis in kleinen Schritten gesteigert werden. Zu prüfen ist bei einem posttraumatischen Belastungssyndrom, ob eine Indikation für verschreibungspflichtige medizinische Produkte mit CBD gegeben ist. Möglicherweise macht es auch Sinn, kurzzeitig „Sativa“-Mundspray zu verordnen, das einen höheren THC-Gehalt hat. Die Indikationen dafür sind allerdings eng gefasst. Entscheiden muss das der behandelnde Arzt.

Die Mitbehandlung mit CBD plus THC stellt eine vorübergehende Maßnahme dar. Diese kann mit der Fortdauer der Behandlung wieder heruntergefahren werden. Wenn der Patient berichtet, dass er seltener und weniger schwer an Flashbacks, Panikattacken und Angstzuständen leidet, genügt die Weiterbehandlung mit Psychotherapie und CBD.

Die Begleitbehandlung mit CBD ist sinnvoll

CBD verbessert die Lebensqualität und die Schlafqualität. Es reduziert belastende Flashbacks und mildert die Panikattacken und Angstträume ab. Eine Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse ist aber nur durch eine begleitende Psychotherapie möglich. Viele Betroffene vermeiden es, sich beim Auftreten der ersten Flashbacks und Angstträume Hilfe zu holen. Sie möchten ihr Umfeld nicht belasten, sondern versuchen, zu funktionieren. Es stellt jedoch keine Lösung dar, die belastenden Erlebnisse mit Alkohol, Tablettensucht, Drogen oder einer Selbstbehandlung mit CBD aus der Welt schaffen zu wollen. Das wird nicht funktionieren. Nur ein Traumatherapeut kann helfen, die notwendige Verarbeitung zu leisten.

Interessant ist, dass das medizinisch wirksame Cannabidiol (CBD) einige Eigenschaften mit dem Anandamid gemeinsam hat. Dieses körpereigene Cannabinoid, das im Zentralnervensystem in größeren Mengen vorhanden ist, trägt zu Glücksgefühlen bei. Es beeinflusst außerdem den Appetit und den Schlaf. PTBS-Patienten leiden oft an einem Mangel an Anandamid. Dieser kann mittels CBD ausgeglichen werden. Damit bessern sich auch die Depressionen, die Schlafqualität und der Appetit. Erkenntnisse, die von Tausenden amerikanischen Ex-Soldaten stammen, lassen den Schluss zu, dass CBD eine wirksame und potente Mitbehandlungsoption darstellt.Hanfblatt

Im Gegensatz zum THC-haltigen Marihuana löst CBD keine Psychosen und keine Paranoia aus. CBD hat zudem nur zu Beginn milde Nebenwirkungen. Diese können mit dem langsamen Andosieren nierig gehalten werden. Ist die benötigte Dosis CBD erreicht, ist der damit erreichte Zustand geeignet, um zügiger mit der Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse voranzukommen.

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