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Natürlich ist Cannabis nicht das Allheilmittel, für das es in den letzten Tagen gehandelt wird, dennoch sind die damit verbundenen Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten immens und nicht zu unterschätzen. Mit Ausnahme von Tier- und Zahnärzten können Ärzte jeder Fachrichtung seit dem 1. März 2017 Cannabis in Form von Blüten und Extrakten verschreiben. Nach geltendem Recht ist hier für den behandelnden Arzt keine besondere Qualifikation nötig. Die bisherige Beantragung seitens des Patienten, in Ausnahmefällen und bei schwerwiegenden Erkrankungeen, bei der Bundesopiumstelle, wird durch die neue Gesetzeslage obsolet. Berechtigt an dieser Stelle die Frage bei welchen Krankheitsbildern und Leiden darf mir mein Arzt mir Cannabis verschreiben? – welche Cannabis Therapie findet heute schon Anwendung und an welcher wird noch geforscht?

Wann wurde eine Cannabis Therapie verordnet?

Cannabis prägte, als das am häufigsten verschriebenen Medikament noch die Medizin des 19. Jahrhunderts, bis es 1929 unter den neuen Betäubungsmittelgesetzen weltweit verboten wurde. Bis zu seinem Verbot wurde Cannabis für die Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten und Symptomen eingesetzt und verordnet. Ihre Geschichte als Medikament reicht weiter als 300 vor Christus, als Cannabis schon für Rheuma und gegen Malaria eingesetzt wurde. Funde aus China die älter sind als 2800 v.Chr. lassen darauf schließen, das ihr medizinisches Potential schon früh erkannt wurde. So groß und vielfältig ihr Einsatzgebiet, so groß auch war die Forschung rund um die heilenden Kräfte dieser Pflanze. Mit ihrer Prohibition 1929, schlief auch weitestgehend die Forschung ein und Cannabis durfte nur noch in wenigen Ländern und in Ausnahmefällen als Medikament verschrieben werden.  Mit der sich ausbreitenden Lockerung und in Teilen der Welt, Öffnung der Cannabisgesetze, entdecken Forscher und Ärzte die schmerzlindernde und heilende Wirkung einer unglaublichen Pflanze und ihrer Cannabinoide wieder.

Bei welchen Krankheiten hilft die Cannabis Therapie?

THC Molekül Bis Dato gelten die zwei Wirkstoffe der Cannabispflanze, Delta-9-Tetrahydrocannabinol (kurz THC) und Cannabidiol (CBD) als medizinische relevant und verhältnismäßig gut erforscht. Die Studienlage zum medizinischen Gebrauch und im Allgemeinen ist überschaubar, aber lässt schon jetzt das Potential dieser Pflanze in Ansätzen erkennen. In Folge der momentanen Studienlage, wird Cannabis daher immer noch in nur sogenannten Ausnahmefällen verschrieben. Bei den folgenden Krankheitsbildern und Anwendungsbereichen werden Cannabis Therapien schon heute erfolgreich angewendet.

 

  1. Chronische Entzündungen
  1. Epilepsie
  2. Spastizität bei Multipler Sklerose
  3. Übelkeit bei Chemotherapie und zur Appetitsteigerung bei HIV/Aids
  4. Angststörungen
  5. Schlafstörungen
  6. Tourette-Syndrom und vereinzelt bei ADHS

Krankheiten und Anwendungsbereiche im Einzelnen

Übelkeit

Cannabinoide unterscheiden sich in ihrem Wirkmechanismus von den klassischen Antiemetika, weswegen sie in den 70er Jahren im Zusammenhang mit der Krebsforschung und der damit verbundenen Chemotherapie, interessant wurden. Während einer Chemotherapie leiden Krebspatienten sehr häufig an Übelkeit und Erbrechen. Cannabinoide können wie auch ihr konventionelles Pendant diesen Symptomen entgegenwirken. Auf Grund ihrer sich unterscheidenden Mechanismen aber sind sie nicht nur in der Medizin von Interesse, auch gewinnen sie für die Forschung an immer mehr Bedeutung.

Cannabis Therapie Übelkeit

Schmerzen

Auf Grund der hohen Erfolgsrate bilden Schmerzen das wichtigste Anwendungsgebiet medizinischem Cannabis. Erfahrungsberichte und die Ergebnisse der meisten Anwender sind durchweg positiv. Wenn gleich das Zustandekommen der Wirkung von Cannabinoiden auf Schmerzen noch verhältnismäßig unbekannt ist, so sind die Erfahrungen und positiven Ergebnisse der Anwender dennoch überzeugend. Cannabis hat in erster Linie eine hemmende Wirkung auf den Schmerz und eine verlangsamende auf das Gehirn. Der Anwender fühlt sich so eher entspannt und euphorisch was dazu führen kann, dass Patienten Schmerzen als weniger störend empfinden. Diese Annahme wird durch experimentelle Studien gestützt, die aufzeigen konnten, dass weder die Schmerzschwelle noch die Schmerztoleranz unter Einfluss von Cannabinoiden signifikant anstieg – der Schmerz wird ganz einfach erträglicher.

Cannabis Therapie Schmerzen

Epilepsie

Auch die Forschung rund um Cannabis im Zusammenhang mit Epilepsie ist noch verhältnismäßig jung. Nach vielversprechenden Behandlungsansätzen und den daraus resultierenden Ergebnissen, wuchs das Interesse. Aktuell wird an einer geeigneten Rezeptur zur oralen Einnahme gearbeitet.

Cannabis Therapie Epilepsie

Spastizität

Cannabis und im Besonderen sein therapeutisch wichtiger Bestandteil Delta-9-Tetrahydrocannabinol ( THC), wirkt über die Cannabinoid-Rezeptoren CB-1 und CB-2, antinozizeptiv – es verringert die Erregung der Nervenfaser durch Reize. Eine Wirksamkeit auf Spastizitäten unterstreicht eine mit über 100 Patienten durchgeführte Studie, bei der 70 Prozent der betroffenen von einer Besserung der MS-assoziierten Gesichtsschmerzen profitierten.

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ADHS

In Einzelfällen und bei stark symptomatischen Patienten, konnte medizinisches Cannabis als wirksam bewertet werden. Eine Verbesserung der Symptome, Hyperaktivität und Impulsivität gehen aus den publizierten Erfahrungsberichten und den noch wenigen Fallstudien, aber jetzt schon hervor.

Cannabis Therapie ADHS

Darmerkrankungen

Wissenschaftliche Belege sind auch auf diesem Gebiet rar. Aus Erfahrungsberichten betroffener Patienten mit Morbus Crohn oder dem Reizdarmsyndrom, geht jedoch hervor, das Cannabis sehr wohl nicht nur Einfluss hat, sondern auch primäre Beschwerden verbessern wenn nicht lösen kann.

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Schizophrenie

Cannabiskonsum galt lange als Risikofaktor bei Schizophrenie – neue und vorläufige Studienergebnisse aber scheinen vielversprechend. Besonders dem Cannabinoid CBD wurde im Zuge dieser Studie eine antipsychotische Wirkung, die vergleichbar ist mit dem des Neuroleptikums Amilsuprit. Trotz starkverminderter Nebenwirkungen zu seinem Pendant, sind bei CBD noch Studien nötig um seine Wirksamkeit sicher zu bestätigen.

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