Die Diskussionen rund um Cannabis und dessen Legalisierung nehmen zunehmend Fahrt auf. Immer mehr Parteien sprechen sich offen für eine Entkriminalisierung oder sogar Legalisierung aus. Diese wäre selbstverständlich gekoppelt an strengen Jugendschutz, starke Aufklärungsarbeit und hohe Auflagen in der Abgabe. Doch trotz der zahlreichen positiven Stimmen gibt es immer noch viele, die Cannabis höchst problematisch sehen und es keinesfalls auf derselben Stufe wie Alkohol und Zigaretten sehen wollen. Wir haben uns diese Seite einmal genauer angeschaut und uns deshalb die Frage gestellt – wie süchtig macht Cannabis wirklich?

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Was genau ist eine Sucht bzw. Abhängigkeit?

Wenn man von einer Sucht im pathologischen Sinne spricht, sind einige wichtige Komponenten zu beachten. Im neuen ICD-11 von 2019, dem internationalen Leitfaden zur Klassifikation von Krankheiten, werden die substanzinduzierten Suchterkrankungen im Abschnitt „psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen“ näher beschrieben. Unter dem Code F11 „Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide“ werden hierbei die Inhaltsstoffe von Cannabis thematisiert. Unterschieden wird im ICD-11 stets zwischen:

  1. akuter Intoxikation (akuter Rausch)
  2. dem schädlichen Gebrauch
  3. dem Abhängigkeitssyndrom
  4. dem Entzugssyndrom
  5. dem Entzugssyndrom mit Delir
  6. Psychotischer Störung
  7. Amnestisches Syndrom
  8. Und weitere

Ab Stufe 2, dem Abhängigkeitssyndrom, spricht man per Definition von einer Sucht. Laut der WHO ist Abhängigkeit gekennzeichnet durch „ein starkes Verlangen, eine Substanz einzunehmen; durch Schwierigkeiten, den Gebrauch zu kontrollieren; und durch den fortgesetzten Gebrauch trotz schädlicher Folgen“ gekennzeichnet. Um eine Substanzabhängigkeit zu diagnostizieren, müssen mindestens drei der folgenden Kriterien während des letzten Jahres vorhanden gewesen sein:

  1. Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, psychotrope Substanzen zu konsumieren.
  2. Verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf den Beginn, die Beendigung oder die Menge des Konsums.
  3. Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums, nachgewiesen durch substanzspezifische Entzugssymptome oder durch die Aufnahme der gleichen oder nahe verwandter Substanzen, um Entzugssymptome zu vermindern oder zu vermeiden.
  4. Nachweis einer Toleranz gegenüber der Substanz, im Sinne von erhöhten Dosen, die erforderlich sind, um die ursprüngliche durch niedrigere Dosen erreichte Wirkung hervorzurufen.
  5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums sowie ein erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.
  6. Anhaltender Substanzkonsum trotz des Nachweises eindeutig schädlicher Folgen.

Um das Suchtpotential von Cannabis nun genauer zu beleuchten, schauen wir uns einmal die Faktenlage an.

Zahlen, Daten, Fakten: Klartext zu Cannabis

Um Cannabis genauer zu beleuchten kommen wir leider um eines nicht herum – den Vergleich mit der Volksdroge Alkohol. Im Folgenden ziehen wir daher immer wieder den Vergleich heran, da zahlreiche Argumente hinsichtlich der Risiken von Cannabis leider direkt und teilweise sogar noch schlimmer auch auf Alkohol zutreffen.

  1. Suchtpotential

Durch den hohen Anteil der Grauzone ist es schwer, genaue Zahlen zu erhalten. Jedoch geht man davon aus, dass rund 5-10% der Konsumenten Cannabis süchtig sind. Im Vergleich dazu: Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 werden von 11,6 % derjenigen, die Drogen nehmen, im Durchschnitt abhängig:

  • 32 % bei Tabak
  • 23 % bei Heroin
  • 17 % bei Kokain
  • 15 % bei Alkohol
  • 9 % bei Cannabis

Das Suchtpotential von Cannabis gilt hierbei insgesamt am geringsten. Die körperliche Abhängigkeit ist bei Cannabis äußerst gering, jedoch sind die psychischen Abhängigkeiten deutlich höher. Wie andere Drogen auch, macht Cannabis vor allem dann süchtig, wenn die Droge sehr früh, übermäßig und in Problemsituationen konsumiert wird. Ein immer wieder hervorgebrachtes Argument von Ärzten und Psychologen, die sich viel mit abhängigen Jugendlichen beschäftigen ist, dass ein erhöhter Cannabiskonsum zu Herz-Kreislauf Problemen, Lungenerkrankungen, psychotischen Schüben oder gar Blackouts führen kann. Junge Konsumenten würden träge werden, Realitätsverluste erleiden und sozial vereinsamen. Dass dies jedoch auch bei Alkohol der Fall ist, sei dahingestellt.

  1. Schädlichkeitsbewertung

Der ZDF Zoom Beitrag vom Oktober 2019 gibt einen sehr spannenden Überblick über den derzeitigen Drogenkonsum, der mittlerweile längt in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Hierbei wird deutlich, dass die Unterscheidung legal – illegal keinesfalls nach medizinischen oder Gefährlichkeits-berücksichtigenden Kriterien erfolgt, sondern vielmehr rein historisch und gesellschaftspolitisch begründet liegt.

Unter Berücksichtigung von Faktoren wie Sterblichkeit, Job- und Familienverlust, Beschaffungskriminalität sowie den Kosten für die Gesellschaft ergab sich laut der Global Commission on Drug Policy (2019) folgende Einteilung:

Schädlichkeitsbewertung unterschiedlicher Drogen

Alkohol 80pt
Heroin 60pt
Kokain 30pt
Tabak 25pt
Cannabis 15pt

Zudem gibt es weltweit noch keinen einzigen Fall eines Todes in Folge von Cannabiskonsum. Im Vergleich dazu sind rund 74.000 Todesfälle pro Jahr in Deutschland auf Alkohol zurückzuführen, das entspricht rund 202 pro Tag! Interessant ist es, hierbei auch die Schädlichkeitsbewertung hinsichtlich der Folgen für Gesellschaft genauer zu beleuchten. Während unter Cannabiseinfluss kaum Straftaten begangen werden, sind es unter Alkoholeinfluss überaus viele. In den USA sind fast die Hälfte (40%) aller Gewaltverbrechen unter Alkoholeinfluss begangen worden.

 

Beispiel Portugal:

In Portugal ist der Besitz von Drogen seit rund 18 Jahren unter strengen Grenzen entkriminalisiert. Bis zu 25 Gramm Cannabis dürfen hier mitgeführt werden. Werden die Grenzen überschritten, gilt der Betroffene jedoch als Dealer und wird strafrechtlich verfolgt. Entgegen aller (noch heute) aufgeführten Argumente, dass sich durch eine Entkriminalisierung der Konsum erhöhen würde, zeigt das Beispiel Portugal: 85% weniger Tote durch Überdosen und 75% weniger registrierte Drogenfälle über die gesamten Jahre.

Hier seht ihr Harald Lesch’s Beitrag zum Thema „Wie gefährlich ist Hanf?“

Cannabis süchtig?

Hauptproblem: zu hoher THC Gehalt in Cannabis

Das Hauptproblem in der Gefährdung durch Cannabis liegt vor allem in den hohen THC Gehältern der auf dem Schwarzmarkt erhältlichen Sorten. Diese unregulierten Sorten enthalten teilweise das 7-28-fache des THC Gehalts, verglichen mit dem noch in den 60er Jahren verfügbaren Cannabis. Wenn Jugendliche an derartige Sorten gelangen, ist dies natürlich äußerst gefährlich, da der Wirkstoffgehalt oft falsch eingeschätzt wird. Derartiges Turbo Cannabis kann möglicherweise schneller Cannabis süchtig machen.

Argument: Einstiegsdroge Cannabis macht süchtig – was ist dran?

Immer wieder hört man das Argument, Cannabis sei die Einstiegsdroge Nummer 1 für härtere Drogen. Für uns ein typisches Henne-Ei Problem. Denn wir fragen uns an dieser Stelle – werden nicht vielmehr Alkohol und Nikotin zunächst konsumiert, bevor jemand überhaupt die Idee hat, Cannabis zu testen? Sehen Jugendliche nicht die Dauerbeschallung durch Alkoholwerbung und Volksfeste, auf denen Alkohol komplett normal ist und überlegen sie sich vielleicht deshalb, auch mal andere Dinge auszuprobieren?

Fazit

Cannabis kann süchtig machen, ja. Jedoch ist das Suchtpotential nicht höher als das legaler Drogen – im Gegenteil, es ist weit niedriger. Umso wichtiger ist eine sinnvolle Aufklärung Jugendlicher im Umgang mit allen psychotropen Substanzen und die Sicherung eines stabilen Umfelds. Die Politik wird nicht drum herum kommen, sich dem Thema Cannabis genauer anzunehmen. Was die Diskussionen bringen werden, wird sich zeigen.

Würden wir nicht wissen, dass längst die Lobbys die deutsche Politik machen; würden wir wirklich ernsthaft der Frage nach der medizinischen Einschätzung von Nutzen und Gefahr der beiden Drogen Alkohol und Cannabis nachgehen, ja so würden wir uns, wie Harald Lesch und viele weitere ernsthaft die Frage stellen: Warum ist Alkohol eigentlich erlaubt?

Hier geht‘ s zum Beitrag Volksdroge Alkohol von ZDF Zoom

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