Als Mitte der 1960er Jahre Tetrahydrocannabinol (THC) als der wichtigste psychoaktive Bestandteil der Cannabispflanze identifiziert wurde, wussten die beiden israelischen Pioniere/ Entdecker Raphael und Yehiel Gaoni noch nicht, dass eine weitere Gruppe Wissenschaftler 20 Jahre später spezielle Rezeptoren unseres Nervensystems finden würden an denen THC tatsächlich bindet. Erst auf dieser Grundlage gelang es Mechoulam und seinem Team das erste körpereigene (endogene) Cannabinoid auszumachen. Auf Grund seiner Funktion bekam es den Namen Anandamid („ananda“ ist Sanskrit und steht für Glückseligkeit). Der Grundstein zur Forschung des Endocannabinoid-Systems war gelegt.

„…wenn etwas natürlich ist, dann der Gebrauch von Cannabis durch uns Menschen.“

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Das Endocannabinoid-System – ein Bestandteil unseres Nervensystems

Das Endocannabinoid-System ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Nervensystems und umfasst mit seinen zentralen Bestandteilen, den Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2, sowie den Endocannabinoiden (endogene = „körpereigene“), welche an selbigen Rezeptoren binden und diese auch aktivieren.

Alle Säugetier besitzen ein Endocannabinoid-System. Endogene ist altgriechisch und bedeutet gemein hin „im inneren erzeugt“, was bedeutet, wir Menschen wie auch Tiere produzieren unserer eigenen Cannabinoide. Wir produzieren in etwa knapp 120 verschiedene Substanzen die mehr und minder als Signalgeber fungieren. Produzierte Substanzen wandern denn anschließend an vorgesehene Punkte in unserem Körper, an welchen sich passende Rezeptoren befinden. Durch das Andocken der Cannabinoide an Rezeptoren, werden Prozesse in Gang gesetzt. In unserem gesamten System, Zellen und Organen befinden sich Rezeptoren für Cannabinoide. Ein Zustand der nicht nur den Schluss zulässt, dass es sich um ein System handelt welches nahezu Einfluss auf alle Prozesse unseres Körpers hat, sondern auch durch die bis heut anhaltende Forschung um das Endocannabinoid-System, belegt werden kann.

Um die Bedeutung des Endocannabinoide-Systems verstehen zu können, ist grundlegend zu erwähnen, dass die Zellen unseres Körpers in ihrer Lebensdauer limitiert sind. Jeden Tag lässt unser Körper Millionen neuer Zellen entstehen und baut wiederum alte dafür ab – ein andauernder Prozess, der wenn er nicht gestört wird gut funktioniert. Trifft ein Cannabinoid auf eine Zelle fungiert dieses als Signalgeber und lässt die Zelle sich in ihre Orginalbausteine auflösen. Diese Bausteine werden von unserem Körper entweder wiederverwendet oder abgebaut. Dieser Prozess findet tausend Mal täglich statt. Ist unser Körper Umwelteinflüssen wie Luftverschmutzung, Stress, Konservierungsmittel etc. ausgesetzt oder leidet an beispielsweise Erbkrankheiten, dann kann dieser Prozess gestört sein. Das Cannabinoid gelangt nicht mehr zum Rezeptor, wodurch es passieren kann, dass sich Zellen nicht mehr abbauen lassen. Reagieren Zellen nicht auf Signale, die ihren Abbau regulieren, bleiben sie ewig am Leben und können sich so weiterhin vervielfältigen – ein Umstand der zu Zellmutation führen kann. Eine externe Zugabe von Phytocannabinoiden, kann auf eine gestörte  Signalfunktion regulierend wirken.

Phytocannabinoide

 Phytocannabinoide sind in der Natur vorkommende Cannabinoide die mit einem geringen Anteil in allenPflanzen vorkommen kann. In ihrer Hauptsache sind sie jedoch in Pflanzen der Gattung Hanf (Cannabis) mit ca. 80 unterschiedlichen Cannabinoiden die identisch zu unseren körpereigenen Cannabinoiden sind.

Bekannte Cannabinoide der Hanfpflanze

  • Tetrahydrocannabinol (THC)
  • Cannabidiol (CBD)
  • Cannabigerol (CBG)
  • Cannabielsoin (CBE)
  • Cannabicitran (CBT)
  • Cannabicyclol (CBL)

Wie funktioniert das ECS

Die Forschung rund um das Endocannabinoid-System steckt noch weitestgehend in den Kinderschuhen und ist indes bekannt für seine Rolle in der Einflussnahme und Aktivierung diverser anderer Neurotransmitter wie beispielsweise Dopamin oder Glutamat.

Cannabinoid Rezeptoren

Sie befinden sich in unterschiedlichen Regionen unseres Körpers und können somit auf verschiedene Prozesse Einfluss nehmen. Der CB1-Rezeptor lässt sich hauptsächlich in unserem Gehirn und zu einem kleineren Anteil aber auch in Organen wie den Nieren und dem Darm finden (peripheres Nervensystem). Da sich der Hauptanteil dieser Rezeptoren im Gehirn befindet, sind diese für die Bewegungsteuerung und die Informationsverarbeitung zuständig. CB1– Rezeptoren sind überdies mitverantwortlich für die Motivation und kognitiven Funktionen wie die Lern- und Gedächtnisentwicklung. CB2– Rezeptoren lassen sich vorwiegend im Zentralen Nervensystem finden und sind nach heutigem Erkenntnisstand im Besonderen für die Immunabwehr zuständig. Erst durch Endocannabinoide können diese Rezeptoren aktiviert werden. Anders als andere Neurotransmitter, werden Endocannabinoide erst bei Bedarf hergestellt und nicht in den Nervenzellen gespeichert.

Fazit – So wirkt also Cannabis

Das bekannteste im Cannabis enthaltene Cannabinoid THC, bindet wie auch körpereigene Endocannabinoide an CB1-rezeptoren und nimmt so Einfluss auf Prozesse unseres Körpers. THC verweilt im Vergleich zu Endocannabinoide länger im synaptischen Spalt, was zu einer länger anhaltenden Wirkung führt, während Endocannabinoide schnell wieder abgebaut werden. Durch THC kommt es unter anderem zu einer Ausschüttung von Dopamin. Abhängig von der Menge an THC und der Person, kann die psychoaktive Wirkung dieses Cannabinoids variieren. Durch den Konsum von THC können sowohl Glückgefühle wie auch Angstzustände ausgelöst werden. Eine häufige Stimulation des CB1-Rezeptors durch THC, verursacht zudem eine Verringerung seiner Aktivität und führt so zu einer Toleranz der psychoaktiven Wirkung.

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