Die Menschen nutzen Hanf schon seit Jahrtausenden. Bereits in den frühesten Büchern der chinesischen Medizin findet die Pflanze Erwähnung. Ihre botanische Bezeichnung ist Cannabis Sativa. Dies gilt auch für die Gewächse, die den Konsumenten als Cannabis Indica bekannt sind. Für die traditionelle chinesische Heilkunst (TCM) ist vor allem der Hanfsamen von Interesse. Doch grundsätzlich kann man jeden Teil der Pflanze verwenden, von der Wurzel über die Fasern bis hin zu den Blüten. Die aromatischen weiblichen Hanfblüten sind auch der Teil der Pflanze, der sie seit etlichen Jahrzehnten in vielen Ländern zum Gegenstand von Betäubungsmittelgesetzen und zum Thema hitziger parlamentarischer Debatten macht. Da viele Cannabiskonsumenten sich nicht mit der Zucht auseinandersetzen, kennen einige den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Hanfblüten nicht.

Das Geschlecht von Hanfpflanzen kennt keine klaren Grenzen

Die Cannabispflanze ist eigentlich geschlechtlich (diözisch) getrennt. Das bedeutet, es gibt männliche und weibliche Exemplare. Da berauschendes und therapeutisch wirksames Cannabis nur aus den weiblichen Blüten gewonnen werden kann, sind Grower in der Regel nur an diesen interessiert. Aus diesem Grund bieten die meisten Seedbanken und Samenhersteller feminisierte Samen an. Bei diesen kann durch gezielte Zucht beinahe ausgeschlossen werden, dass aus den Keimlingen männliche Pflanzen heranwachsen. Doch wenn man mit Pflanzen arbeitet, darf man niemals den Einfluss unterschätzen, den die Natur auf die Entwicklung der Pflanzen nimmt. Es gibt also auch Ausnahmen, so dass feminisierte Samen eine männliche Pflanze hervorbringen können. Außerdem besteht sogar die Möglichkeit, dass eine weibliche Pflanze eine oder mehrere männliche Blütenstände entwickelt, und umgekehrt. Diese sogenannten Hermaphroditen (Zwitter) sind dazu in der Lage sich selbst zu befruchten und zu vermehren.

Nicht für jede Nutzung der Pflanze ist das Geschlecht der Hanfblüten von Bedeutung

Wer Nutzhanf anbaut für die Gewinnung der Fasern, zum Beispiel für die Produktion von Seilen, Textilien oder auch Papier, der muss sich nur wenig mit dem Geschlecht seiner Cannabispflanzen auseinandersetzen. Allenfalls vielleicht, wenn er auch das Saatgut selbst erzeugen möchte, denn dazu benötigt er sowohl weibliche als auch männliche Blütenstände. Für die Herstellung von Cannabidiol-haltigen Produkten allerdings ist das Geschlecht sehr wichtig. Und auch für den Anbau von Cannabis als Medizin oder als Freizeit-Droge ist es von höchster Bedeutung, denn die Wirkstoffe, Cannabidiol, Tetrahydrocannabinol und die anderen Cannabinoide, Terpene und Flavonoide, kommen nur in weiblichen Blütenständen in brauchbaren Konzentrationen vor.

Männliche von weiblichen Hanfpflanzen frühzeitig unterscheiden

Eine Cannabiszucht, die sich auf Wirkstoffe fokussiert, ist stehts darauf bedacht, männliche Hanfblüten zu vermeiden. Da eine Befruchtung der weiblichen Blütenstände durch männliche Pflanzen ganze Ernten unbrauchbar machen kann, sortiert man diese sofort nach Entdeckung aus. Man muss dafür den Unterschied von männlichen und weiblichen Hanfblüten erkennen können. Insbesondere gilt es, die männliche Vorblüte zu identifizieren. Bei weiblichen Pflanzen erinnert die Vorblüte bereits an die aromatischen Blütenstände der heranreifenden Ernte. Zwischen kleinen Blütenblättchen sind schon die weißen Härchen zu erkennen, die man auch an den richtigen Blüten später finden kann. Diese Formation nennt man Blütenkelch oder auch Calyx. Die Vorblüte der männlichen Pflanzen hebt sich optisch davon eindeutig ab. Die Pollensäcke (Staubbüten genannt) hängen locker an den kleinen Ästchen und sind deutlich zu erkennen. Zu Beginn eher länglich und gebogen wird die Form zusehends runder, mit einem angespitzten Ende.

Der moderne Umgang mit männlichen und weiblichen Hanfblüten widerspricht der Natur

Für die nachhaltige Kultivierung von Nutzhanf oder auch Wirkstoff-reichem Cannabis , sind sowohl männliche als auch weibliche Hanfblüten wichtig. Viele Grower haben vielleicht niemals männliche Hanfblüten gesehen, da die Samenhersteller die für ihre Bedürfnisse passenden feminisierten Pflanzen anbieten. Doch im Zweifel ist es doch gut, eine männliche Pflanze frühzeitig erkennen und aussortieren zu können. Durch die niedrigen THC-Grenzwerte, die für den legalen Anbau von Nutzhanf zugelassen sind, müssen Hanfbauern ihr Saatgut immer wieder einkaufen. Denn würde man den Hanf natürlich wachsen und sich vermehren lassen, so erhält man früher oder später weibliche Hanfblüten mit einer zu hohen THC-Konzentration. Rechtlich bedingt ist es aktuell also leider unmöglich eine Hanfzucht im Sinne nachhaltiger Permakultur zu betreiben.

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